2013

2013

Bindweider Bergkapelle musizierte an Ostern in aller Frühe


Malberg. Traditionell begeht die Bindweider Bergkapelle 1876 Malberg am Ostersonntag das Osteranblasen. Auch in diesem Jahr trafen sich morgens um 5 Uhr die Aktiven, unterstützt durch Bläser der Jugendabteilung, im Ortsteil Malberg-Steineberg, um von dort an die Auferstehung Christi mit den Mitbürgern musikalisch zu feiern. Einige Fans ließen es sich nicht nehmen, die Ostergrüße zu erwidern und bedankten sich für das Engagement der Kapelle. Nach circa dreistündigem Spielen an verschiedenen Plätzen der Gemeinde Malberg wurde zusammen deftig gefrühstückt und sich am Osterfeuer gewärmt.
 
Als Nächstes begleiten die Musiker der Kapelle die Kommunionkinder aus Malberg am Weißen Sonntag auf ihrem Weg zur Kirche nach Gebhardshain. Die Bindweider Bergkapelle lädt außerdem zum Frühjahrskonzert am Samstag, 20. April, um 19.30 Uhr ins Gemeindehaus Malberg ein.
 
RZ Kreis Altenkirchen vom 6. April 2013

Liebeserklärung der Bergkapelle


Bindweider überzeugen und helfen

Malberg/Steinebach. Eine der schönsten Liebeserklärungen kann ein Dirigent unterbreiten, wenn er sein Orchester ein Medley aus Songs spielen lässt, die seiner Frau und ihm besonders wichtig sind. So geschehen beim Frühlingskonzert der Bindweider Bergkapelle Steinebach, die in der Mehrzweckhalle von Malberg vor rund 150 Zuhörern aufspielte.
 
„Emotions – Fantasie für Blasorchester“ stellte Dirigent Sven Hellinghausen zusammen. Zu hören waren in der Blasmusikvertonung Brings, Klaus Badelts „Pirates of the Caribbean“ und Herbert Grönemeyer. Solisten waren Alexander Weber und Brigitte Kohlhas. Das Frühlingskonzert, bei dem zur Jahreszeit passender Blumenschmuck als Deko diente, begann mit „Abel Tasman“, einem Konzertmarsch von Alexander Pfluger, bevor einer der großen deutschen Komponisten in Form von Richard Wagner mit „Einzug der Gäste auf der Wartburg“, das aus der Oper „Tannhäuser“ stammt, seinen Weg nach Malberg fand.
 
Andrew Lloyd Webber schrieb viele Musicals, die weltweit Anklang fanden. Bei der energiereichen, kraftvollen Melodie von Cats mit der „Ouvertüre“, „The Old Gumbie Cat“ und „Memory“ dauerte es nicht lange, bis die Füße der Besucher anfingen, im Takt zu wippen. Guido Henns „Musikantensehnsucht“ wird auch die „Gänsehaut-Polka“ genannt und Henn selbst der Symphoniker unter den Blasmusikern. Bevor die rund 20 Musiker des Jugendorchesters zu den Instrumenten griffen, überraschte Vorsitzender Uwe Fischer die Anwesenden, indem er Josef Solbach für seine mehr als 53-jährige Mitgliedschaft im Verein mit der Ehrenmitgliedschaft auszeichnete. „Er ist immer da, wenn er gebraucht wird, und immer da, wenn die Musik spielt“, ehrte Fischer den sichtlich gerührten Josef Solbach und seine Frau Agnes.
 
Dass die Bergkapelle eine hervorragende Jugendarbeit hat, zeigte sich an ihren ausgewählten Stücken. Mit „Ich wollte nie erwachsen sein“ aus dem Musical Tabaluga von Peter Maffay eröffnete das Jugendorchester seinen Part. Sven Hellinghausen dirigierte auch die „kleineren“ Musiker. Mit dem Medley Lady-Gaga-Dance-Mix (darunter „Pokerface“ und „Just dance“) und „Pirates of the Caribbean“ von Klaus Badelt mit den Interpretationen von „Fog Bound“, „Medaillon calls“, „Swords crossed“ und „Barbossa is hungry” ging es weiter. Die Zugabe war die Polka „Wir Musikanten“.
 
Der 1912 komponierte Fliegermarsch von Hermann Dostal läutete die zweite Hälfte des großen Orchesters ein. Jonas Hombach bestach bei „Sing, Sing, Sing“ (Louis Prima) als Solist am Schlagzeug, bevor ein Medley von Udo Jürgens und das Titellied der Bergkapelle, der „Glück-auf-Marsch“ (Hermann Silwedel), das Konzert beendeten.
 
Die Bindweider Bergkapelle wird am kommenden Sonntag, 28. April, ab 19.30 Uhr ein Benefizkonzert für Janosch Selbach im Autohaus Hottgenroth in Altenkirchen geben. „Wir möchten uns an der großen Welle der Hilfsbereitschaft beteiligen“, erklärte Dirigent Hellinghausen.
 
RZ Kreis Altenkirchen vom 22. April 2013, Sabrina Fuchs

5000 Gläubige wallfahren nach Marienstatt


Viele Gruppen kommen aus dem Nachbarkreis und aus Hessen

Marienstatt. Programmatisch klang auch in diesem Jahr beim Pontifikalamt zum Großen Wallfahrtstag in Marienstatt die Zeile „Kommt her, ihr Gläubigen ohne Zahl“ eines alten Kirchenliedes über den Klosterhof: Denn schätzungsweise waren auch in diesem Jahr mehr als 5000 Gläubige vor allem von der sogenannten Trierischen Insel im Nachbarkreis Altenkirchen, aber auch aus dem Westerwaldkreis sowie sogar aus dem Kreis Limburg-Weilburg zur Abtei ins Tal der Nister gezogen. Hunderte rund ums Kloster geparkte Autos zeugten zudem davon, dass es auch viele Nicht-Fußpilger gab. Erstaunlich war auch die sehr gemischte Schar der Gläubigen: Alt und Jung waren genauso vertreten wie Wanderer, die gut zu Fuß waren, und Menschen im Rollstuhl oder im Kinderwagen.
 
Über diese bunte und riesengroße Menge mit Ministranten und Fahnenträgern, ganzen Pfarrgruppen und ihren Seelsorgern freute sich vor allem Abt Andreas Range, der besonders auch die Wallfahrer begrüßte, die seit Jahrzehnten nach Marienstatt zum mehr als 500 Jahre alten Wallfahrtstag kommen. Zum Beginn des Pontifikalamtes läuteten die Glocken der Abtei besonders lange und überbrückten die Zeit, bis sich der Hauptzelebrant, der Abt von Maria Laach, Benedikt Müntnich, umgezogen hatte. Der Benediktiner aus der Eifel hatte wohl etwas Mühe, die Zisterzienser auf der anderen Rheinseite zu finden, sagte Range schmunzelnd. Der Abt von Marienstatt freute sich aber sehr, dass nicht nur die vielen Gläubigen, sondern auch zwei Orden an einem Altartisch zusammenfanden.
 
In seiner Predigt erinnerte Abt Benedikt an die Ursprünge der Wallfahrt, die auf ein Gelübde in Zeiten der Pest zurückgehen. Damals wie heute hätten die Christen bei Jesus und der Gottesmutter Halt und Zuflucht gesucht. Das sei aktueller denn je, betonte Müntnich und erinnerte zum Beispiel an Syrien. Mit Blick auf das Evangelium mit der Speisung der 5000 (wie passend!) warnte er davor, dass die Erfüllung in den Dingen gesucht werde, was aber nicht wirklich satt mache: „Tut euer Herz weit auf für den Herrn und sorgt für Frieden in der Welt“, so seine Aufforderungen. Die heilige Messe wurde wie immer (seit 1886!) von den Musikanten der Bindweider Bergkapelle in ihren schmucken Uniformen mitgestaltet. Die hatte auch schon die erste Wallfahrtsgruppe begleitete, die pünktlich um 8.30 Uhr am Kloster angekommen war. Im Minutentakt kamen dann fast 20 weitere Pilgergruppen singend und in der Regel von Musikkapellen begleitet aus drei Richtungen im Tal der Nister an. Am Tor der Abtei wurden sie von Pater Martin und einigen Messdienern begrüßt und in die Basilika geleitet, wo sie ihre Fahnen vor dem Altar schwenkten.
 
Nach dem Gottesdienst herrschte die Atmosphäre eines fröhlichen Volksfestes: Da gab es Getränkepavillons genauso wie Spielzeugstände. Die Wallfahrer machten es sich auf Bänken, auf Decken auf dem Rasen oder auch auf mitgebrachten Klappstühlen zum Essen und Trinken bequem. Für den Fall eines Falles standen Helfer des Roten Kreuzes Westerwald bereit.
 
RZ Kreis Altenkirchen vom 7. Juni 2013,Markus Müller

Ein Blick in die Vergangenheit


Der Markt zur 575-Jahr-Feier von Steineroth beeindruckt mit einem bunten Programm

Steineroth. Es ist viel Zeit vergangen, seit das Eisen noch mit der Hand geschmiedet wurde, die Feuerwehren ihr Wasser noch selbst pumpen mussten oder die Wolle auf der Spindel Gestalt annahm. Die Gemeinde Steineroth gewährte am Sonntag einen Blick in die Vergangenheit ihres Dorfes. Der Markt mit seinen rund 40 Ständen und einem bunten Bühnenprogramm war der Höhepunkt des dreitägigen Festes zur 575-Jahr-Feier in Steineroth.
 
Der Platz rund um die Kirche und dem Bürgerhaus in der Dorfmitte verwandelte sich in einen historischen Marktplatz. Von Kunst- und Schmuckprodukten über Holz- und Stahlkunst sowie Handarbeiten bis hin zu regionalen Produkten – für jeden Geschmack war etwas dabei. Vor allem das Handwerk lockte viele Besucher an die Stände. Horst Reis, Hobbydrechsler aus Willingen, demonstrierte die Arbeit an der Drehbank, der Forstbetrieb Christoph Buchen aus Mittelhof zeigte Schnitzereien mit der Motorsäge, und der Fuchsschafzuchtbetrieb Bronk aus Kundert präsentierte sein Können an der Spindel. Den ganzen Tag über präsentierten Tanz- und Gesangvereine ihr Können auf der Festbühne. Die international erfolgreiche Tanzschule „Let's Dance“ von Victor Scherf aus Altenkirchen war mit dabei. Unter der Leitung von Anna Kuhfeld begeisterten sechs Tänzerinnen zu schnellen Rhythmen Jazz- und Balletttänze.
 
Besonders viel Applaus gab es für die Kinder der Comenius-Kindertagesstätte Steineroth. In bunten Kostümen eroberten 26 Kinder mit einem Begrüßungslied aus Tansania, einem Indianertanz mit Trommeln und einem Blumentanz die Herzen der Zuschauer. Aber auch die Kindertanzgruppe Gebhardshain begeisterte. Für die kleinen Besucher gab es auf dem Kindergartengelände viel zu erleben: Schminken, Flohmarkt und ein Kletterkastenparcours vom Kletterwald Freudenberg sorgten für fröhliche Gesichter. Der Musikverein Kausen, der gemischte Chor aus Sassenroth und die Bindweider Bergkapelle sorgten für die musikalische Umrahmung. Die Chorgemeinschaft des MGV Zufriedenheit Kausen und des MGV Einigkeit Steineroth hatte beim Festgottesdienst mit Pastor Rudolf Reuschenbach mitgewirkt.
 
Aber auch Genießer und Naschkatzen wurden nicht enttäuscht. An den Essensständen verwöhnten kulinarische Besonderheiten und Süßspeisen die Gaumen. Bei der offiziellen Markteröffnung machte Ortsbürgermeister Gottfried Frings zusammen mit dem Vorsitzenden des Festausschusses, Theo Brenner, und Alfons Neuser von der Westerwald-Brauerei den Fassanstich am historischen Braumobil der Hachenburger Brauerei. Außerdem informierten Foto- und Filmpräsentationen über das historische Dorfleben. Der Löschzug Kausen präsentierte eine alte Wasserpumpe, und die Feuerwehr Betzdorf ermöglichte mit der Drehleiter einen Ausblick über das Dorf. Frings zeigte sich sehr zufrieden mit dem Fest. „Rundum ein sehr gelungenes Fest mit einem tollen Zusammenwirken der Dorfgemeinschaft“, sagte Frings und lobte den Auftritt des Kalliope Piano Trios aus Prag am Freitag, der mit Ovationen gewürdigt wurde.
 
RZ Kreis Altenkirchen vom 24. Juni 2013, Verena Hallermann

Kirmesgesellschaft setzt Tradition fort


Malberger feierten ihr Waldfest in diesem Jahr zwei Tage lang – Treckerausstellung und Musik

Malberg. Zum ersten Mal hatte die Kirmesgesellschaft Malberg zusammen mit der Bindweider Bergkapelle das Waldfest am Haus Concordia in Malberg ausgerichtet. Die Veranstaltung selbst gibt es schon seit 46 Jahren und geht auf den rationalen Gedanken zurück, Geld in die Kassen des Männergesangvereins Concordia spülen zu wollen. Der Chor brauchte damals dringend finanzielle Mittel, um den Dirigenten bezahlen zu können. Profiteure der Veranstaltung waren am Ende alle: Der Verein konnte seinen Dirigenten bezahlen, und die Malberger hatten ein neues Fest, das sich auch in den kommenden 46 Jahren bewähren sollte. Nachdem sich der Chor im vergangenen Jahr allerdings aufgelöst hatte, musste ein neuer Organisator her. Und nachdem die Kirmesgesellschaft schon das Vereinsheim übernommen hatte, kümmert sie sich auch um die Weiterführung des Waldfestes – und nahm einige Änderungen vor. So feierten die Malberger beispielsweise zwei Tage lang, statt nur am Sonntag.
 
Samstags heizte die Accousticband Jazzmin den Malbergern ein. Sie präsentierte einen etwas anderen Mix aus Oldies und neuen Charthits. So erlebten die zahlreichen Besucher Supertramp, ABBA, Bruno Mars, Duffy und Amy MacDonald in etwas anderen Variationen. „Von jedem, mit dem ich sprach, habe ich nur Positives gehört. Alle waren sehr zufrieden und sehr froh, dass wir das Waldfest über zwei Tage feierten“, sagte Thomas Schmidt, Vorsitzender der Kirmesgesellschaft.
 
Eine Neuerung seit 2007 ist auch der katholische Gottesdienst, den rund 120 Malberger am Sonntagmorgen vor dem Frühshoppen besuchten. „Wir feiern um die gleiche Uhrzeit die heilige Messe wie Papst Franziskus in Rio de Janeiro“, sagte Pastor Ulrich Bals und ging in seiner Predigt auf die Bedeutung der Jugend für das Zusammenleben und den Zusammenhalt ein. Nach dem Gottesdienst ging es beim Frühshoppen zum gemütlichen Teil über, bei dem die Bindweider Bergkapelle die Besucher unterhielt.
 
Aber auch technisch Interessierte kamen auf ihre Kosten. Die Oldtimerfreunde Kroppacher Schweiz hatten acht Schlepper mitgebracht. Das älteste Modell war von 1939 und läuft mit zwölf PS wassergekühlt 16 Kilometer pro Stunde.
 
RZ Kreis Altenkirchen vom 30. Juli 2013, Sabrina Fuchs

Bergkapelle freut sich auf die Donkosaken


Konzert der Bindweider am 28. Januar in Betzdorf

Betzdorf/Malberg. Die Bindweider Bergkapelle 1876 Malberg fiebert dem 28. Januar entgegen. Dann wird das traditionsreiche Westerwälder Blasorchester in der Betzdorfer Stadthalle gemeinsam mit dem renommierten Donkosaken-Chor Serge Jaroff auf der Bühne stehen. Der Vorverkauf für das Konzert hat bereits begonnen. „Dieses Event ist einmalig in unserer Geschichte“, freut sich Uwe Fischer, Erster Vorsitzender der Bindweider Bergkapelle, auf die Veranstaltung. Zum krönenden Finale der großen Konzertgala werden die Musiker der Bindweider Bergkapelle einen oder zwei Titel zusammen mit dem Donkosaken-Chor aufführen. Dann treffen ausdrucksstarke Männerstimmen auf gut arrangierte Blasmusik, schwarze Kosakenstiefel auf die typischen Schafthüte mit den schwarz-roten Federbüschen und russische Seele auf Westerwälder Tradition.
 
Doch zunächst wird sich am Dienstag, 28. Januar, der Vorhang für den Donkosaken-Chor Serge Jaroff heben, der unter der künstlerischen Leitung von Wanja Hlibka auftritt. Alle Sänger des Chores kommen von großen osteuropäischen Opernhäusern. Hlibka hat selbst viele Jahre als jüngster Solist im Chor von Serge Jaroff gesungen und darf die Originalarrangements als Ausgangsbasis seiner künstlerischen Arbeit nutzen. Das Repertoire des Chores reicht von den festlichen Gesängen der russisch-orthodoxen Kirche über die immer wieder beliebten Volksweisen bis hin zu großen klassischen Komponisten wie Nikolai Rimski-Korsakow, Pjotr Tschaikowski, Johann Sebastian Bach oder Charles Gounod. Beim Konzert in Betzdorf werden bekannte Melodien wie „Abendglocken“, „Wolgaschlepper“, „Ich bete an die Macht der Liebe“ und vieles mehr zu hören sein.

Der gemeinsame Auftritt mit der Bindweider Bergkapelle wird Höhe- und Schlusspunkt des Konzerts in einem sein.
„So eine Chance bekommt man als Verein nur einmal“, betont Uwe Fischer, als er im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet, wie es überhaupt zu den Plänen für den gemeinsamen Auftritt der Kosaken mit den Westerwälder gekommen ist. „Der Kontakt entstand über unseren Kapellmeister Sven Hellinghausen“, erzählt Fischer. Das Management des Donkosaken-Chors Serge Jaroff habe im Juli bei Hellinghausen angefragt, ob er nicht einen Chor für einen gemeinsamen Auftritt wüsste. Hellinghausen hat daraufhin keinen Chor, sondern die Bergkapelle vorgeschlagen und damit voll ins Schwarze getroffen. „Das Management war begeistert von der Idee“, berichtet Fischer. Anfang August wurde der Vertrag unterschrieben, und seitdem steht Hellinghausen in Kontakt mit Wanja Hlibka, um abzuklären, welches Stück oder welche Stücke gemeinsam aufgeführt werden.
 
Als klar war, dass es zu dem Konzert kommen würde, begannen bei der Bergkapelle die Überlegungen nach dem Auftrittsort. Malberg und Umgebung kamen nicht infrage. „Die Dorfgemeinschaftshäuser sind alle zu klein“, meint Fischer. So kam es dazu, dass das Konzert nun in der Betzdorfer Stadthalle stattfindet. Fischer findet: „Ein würdiger Rahmen.“ Er erläutert auch, warum der Konzerttermin ein Dienstag ist und kein Wochenendtag. „Der Donkosaken-Chor Serge Jaroff gibt mehr als 500 Konzerte im Jahr. Die Wochenendtermine sind bis ins Frühjahr 2015 ausgebucht.“
 
Mit so einem renommierten Chor auf der Bühne zu stehen, ist natürlich für die rund 30 aktiven Mitglieder der Bindweider Bergkapelle eine Herausforderung. Neben den wöchentlichen Proben, die immer mittwochs stattfinden, sind allein im November sechs zusätzliche Proben eingeplant. Dass die Musiker auch danach nicht aus der Übung kommen, dafür sorgen die vielen Veranstaltungen, bei denen sie auftreten, etwa bei Seniorenfeiern im Advent oder der bergmännischen Weihnachtsschicht am Samstag, 21. Dezember, in der Kirche Maria Mutter der Kirche im Malberger Ortsteil Hommelsberg. Der Auftrittsreigen im neuen Jahr beginnt am Samstag, 11. Januar, mit der Jahresmesse in Hommelsberg, bei der an die Gründung der Bergkapelle am 6. Januar 1876 auf der Grube Bindweide durch Obersteiger Anton Kirschbaum erinnert wird.

Und dann steht schon bald der 28. Januar vor der Tür. Die Mitglieder der Bindweider Bergkapelle hoffen, dass sich an diesem Tag viele Zuschauer vom Zauber und der Melancholie der russischen Lieder einfangen lassen und sich anschließend überraschen lassen, wie gut Kosakengesang und Bindweider Blasmusik harmonieren.
 
RZ Kreis Altenkirchen vom 29. Oktober 2013, Ulrike Fritscher

Bergmännische Weihnachtsschicht


In Malberg-Hommelsberg drehte sich alles um Christnacht und Bergbau

Malberg. Die Dorfkirche in Malberg-Hommelsberg war am Samstagabend bis auf den letzten Platz gefüllt, als Musik und Gesang die bergmännische Weihnachtsschicht eröffneten. Auf dem Programm stand neben festlichem Gottesdienst, Bergmannssegen sowie dem Platzkonzert mit der Bindweider Bergkapelle und dem Frauenchor Frohsinn Malberg viel Geselligkeit. Ganz oben auf dem Musikblatt standen das Barbaralied sowie das marschmäßige „Glück auf, der Steiger kommt“.
 
Der Kirchplatz erstrahlte in weihnachtlichem Glanz. Loderndes Lagerfeuer und traditionelles Grubenlicht beflügelten die heimelige Atmosphäre beim dörflichen Miteinander. Dicht umlagert waren die Adventshütten, wo die würzige Duftmischung von Glühwein, Punsch, Adventsgebäck und Bratwurst zum Verweilen einlud. Die Bergkapelle hatte den Abend im Teamgeist mit der katholischen Kirchengemeinde organisiert, um ein Stück Brauchtun neu zu beleben. Immerhin lebte man in Hommelsberg und Umgebung seit alters her vom und mit dem Bergbau.
 
Gleich zu Beginn der Weihnachtsschicht schien sich die Kirche in eine Bildergalerie zu verwandeln. Einige Heimatfreunde unter Leitung von Rudolf Seibert hatten nämlich eine historische Diaschau ausgearbeitet, die Pastor Rudolf Reuschenbach spannend kommentierte. In Gedenken an alle „Erzväter“ der örtlichen Grube Krämer sowie der großen Zeche Bindweide bei Steinebach kam nun das harte Los der Knappen von einst anschaulich zur Sprache: „Unsere Vorfahren mussten für den heutigen Wohlstand hart schuften.“
 
Doch bei der letzten Schicht vor Weihnachten blieb gern einmal die Arbeit liegen, denn die Besinnung und der Dank an die Schöpfung kamen zur Geltung. Und trotzdem oder vielleicht sogar wegen der gefahrvollen Arbeit unter Tage räumte der Bergbau anderen Faktoren wie Kunst und Kultur einen hohen Stellenwert ein. So zog der Bann von Erz und Eisen Maler, Poeten, Tüftler, Forscher, Fotografen, Musiker und Sänger an. Nicht fehlen durfte jetzt die Erinnerung an den Bindweider Obersteiger Anton Kirschbaum, der 1876 die gleichnamige Bergkapelle ins Leben rief. Als Zeichen der Verbundenheit war eine Fahnengruppe des Besucherbergwerks Grube Bindweide dabei. Ein tiefsinniges Gedicht von der Liebe zum Elternhaus leitete über zu den alten dörflichen Hausnamen, einzelnen Bergmannsfamilien und so manchem Schicksal. Pastor Reuschenbach rief dazu auf, für eine lebenswerte Zukunft Werte wie Glauben und Heimat nicht aus den Augen zu verlieren.
 
RZ Kreis Altenkirchen vom 23. Dezember 2013, Joachim Weger
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