Molle sucht Frau
(nach einer vielleicht wahren Begebenheit)
Das laute Klingeln eines Weckers ertönte durch die Gänge im Erdreich. Molle öffnete langsam die Augen. Vorbei war es mit seinem Winterschlaf. Er reckte die Nase aus der Erde und schnupperte die klare Morgenluft. Die letzten Schneereste schimmerten wie kleine Diamanten im Schein der Morgensonne. „Neues Jahr, neues Glück“, rief der kleine Maulwurf hochmotiviert. Er war weiterhin fest entschlossen eine Tanzpartnerin für das Jubiläumsfest zu finden.
Als er ein Blatt vom Kalender abriss sah er, dass ein Kirchenkonzert anlässlich des Gründungstages der Bindweider Bergkapelle vom 06.01.1876 stattfand. Mit dabei war auch der MGV Rosenheim. Also, schnell frisch machen und nichts wie hin. Es war ein emotionales und begeisterndes Konzert, das beide Vereine boten. Der Erlös des Konzertes kam der Kinderkrebshilfe Gieleroth zugute. Deren Maskottchen Bernie Blumenwächter war auch zugegen. Nach dem Konzert kamen Molle und Bernie ins Gespräch. Die beiden verstanden sich auf Anhieb und Molle lud Bernie noch ein mit zu sich nach Hause.
Zuhause angekommen traute Molle seinen Augen nicht. Vor dem Maulwurfshügel stand ein großer Karton, voll mit Briefen. Der Postbote hatte Molles Briefe während seines Winterschlafes gesammelt. Seine Suche nach einer Tanzpartnerin hatte sich inzwischen weltweit herumgesprochen. Bernie half Molle alle Briefe zu lesen. „Echt interessant, wo die alle herkommen“, rief Molle. Bernie war genauso erstaunt: „Gugg e Mol. Hier ist einer aus Moldawien, hier einer von der Moldau, sogar einer aus Molzhain“. Aber ein Brief aus München machte Molle ganz hibbelig. Sein Herz klopfte schneller. Er beschloss, sich direkt am nächsten Tag auf den Weg zu machen.
Was macht ein Maulwurf nach einer langen und anstrengenden Reise? Genau. Er geht ins Hofbräuhaus. Immerhin sollte es dort gute Blasmusik und tolle Frauen geben. Auf dem Weg kam er an einem Souvenirladen vorbei. Die freundliche Verkäuferin hörte man schon von weitem: „Souvenirs, Souvenirs, kauft ihr Leute kauft sie ein, denn sie sollen wie Salz in der Lebenssuppe sein“ „Tolle Text“, dachte Molle, „könnte man ein Lied draus machen“. Schnell kamen die beide ins Gespräch. Doch irgendwie war sie nicht die Richtige. Sie fand Molles Humor zu unterirdisch.
Nach ein paar Maß Bier im Hofbräuhaus fuhr Molle mit der U-Bahn zum Englischen Garten und wanderte zum chinesischen Turm. Doch nirgendwo eine passende Partnerin zu sehen. Er fragte sogar eine nette Polizistin, die er dort traf, aber die war nur für ein Selfie bereit. Sie zeigte ihm den Weg zum Marienplatz. Er sollte dort mal sein Glück versuchen. Doch auch hier wurde er nicht fündig. So verließ er München wieder.
Molle ging zur U-Bahn um sich auf den Heimweg zu machen. Sein Blick fiel auf eine Plakat. Darauf stand: Ob armer Wicht oder feiner Pinkel, komme zu uns nach Reit im Winkl.
"Prima", dachte sich Molle, "ein Wink vom Schicksal. Bald treffe ich meine Traumfrau".
In Reit am Winkl angekommen wollte Molle die Gegend erkunden und wanderte zur Winklmoosalm. Er machte Bekanntschaft mit Katze, Kuh und Murmeltier, aber niemand wollte ihn zum Jubiläumsfest nach Malberg begleiten . Als Molle die Alm verließ, traf er doch tatsächlich auf zwei alte Bekannte. Gerd und Helmut von der Bindweider Bergkapelle waren mit den Fahrrädern unterwegs zum Musikfest der Musikkapelle Reit im Winkel. Molle schloss sich den beiden kurzerhand an. Auf dem Musikfest traf er zwei nette Damen vom Musikverein. Molle hätte die beiden gerne als Tanzpartnerin gewählt, doch leider hatten die Damen wichtige Verpflichtungen bei ihrer Kapelle. Molle musste also alleine weiter reisen. Er machte noch einen kurzen Abstecher ins Lechtal, schaute dort in alle Ecken und Winkel, aber von einer Tanzpartnerin fehlte jede Spur…
Nachdem Molle im Lechtal auch keine Tanzpartnerin gefunden hat, wollte er es weiter südlich probieren. Auf einer Raststätte traf er ein paar Malberger Gesichter und schmuggelte sich kurzerhand ins Reisegepäck.
In Südtirol angekommen, checkte er im Gasthof zur Tschötsch ein. Dort lernte er Sara und Manuela kennen. Die beiden gaben ihm den Tipp, einen Ausflug zur Tschoetschalm zu machen, dort sollte ein lustiger Hüttenabend stattfinden. Das ließ sich Molle natürlich nicht zweimal sagen. Da er sich bei der letzten Wanderung eine Blase gelaufen hatte, legte er den ersten Teil des Weges mit der Seiseralmbahn zurück.
Beim Hüttenabend auf der Alm traf er viele nette Leute und durfte sogar auf der Teufelsgeige musizieren, aber das Tanzbein wollte niemand mit ihm schwingen.
Am nächsten Tag traf er Walter von den Kastelruther Spatzen, der sofort für ein Foto parat stand. Molle hatte eine sehr schöne Zeit in Südtirol mit Lothar, Lore, Wilfried und Rosi, aber er musste wieder ohne Tanzpartnerin abreisen…
In Südtirol hatte Molle gehört, dass eine weitere Reisegruppe aus Malberg einen Urlaub in Rom geplant hat. Sogar der Bürgermeister Albert Hüsch und die First Lady waren mit an Bord. Diese Gelegenheit ließ er sich natürlich nicht entgehen, für einen kleinen Maulwurf ist schließlich Platz in jedem Koffer.
In Rom stand jeden Tag Sightseeing auf dem Programm. Bevor es mit Karin und Albert zum Kolosseum ging, musste Molle sich am Trevibrunnen kurz abkühlen. Die Stadtführung war doch ganz schön anstrengend geworden. Molle hat viel von Rom gesehen, doch leider keine schicke italienische Maulwurfsdame zum Tanzen gefunden.
Wir sind gespannt, wohin ihn seine nächste Reise führt…
Nachdem Molle in Rom auch keine Tanzpartnerin gefunden hatte, beschloss er, sein Glück woanders zu suchen. Er fand eine Mitfahrgelegenheit in den Schwarzwald 🌳🌳.
Auch dort schnürte er wieder die Wanderschuhe. Sein Ziel war der Lebenshof "Mut im Bauch" in Ottenhöfen. Vor Ort traf er zwar sehr viele Tiere, aber eine nette Maulwurfsdame war nicht dabei. Von Ottenhöfen machte er noch einen Abstecher zur Klosterruine Allerheiligen. Aber auch im Schwarzwald war niemand zum Tanzen bereit. Daher schmuggelte Molle sich in das Gepäck einer kleinen Reisegruppe, die vom Schwarzwald nach Straßburg fuhr.
Nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung musste er auch hier feststellen, dass er wohl ohne Tanzpartnerin weiterreisen muss. Nach diesen anstrengenden Tagen brauchte Molle erst einmal ein paar Tage Pause. Im Kloster Taizé fand er die nötige Ruhe, um seine weitere Reiseroute auszuarbeiten und um sich von den Strapazen der letzten Wochen zu erholen…





